Liturgische Dienste
Das Zweite Vatikanische Konzil hat die Christen nachdrücklich zur tätigen Teilnahme an der Eucharistiefeier ermuntert und eingeladen. Denn die Messe ist keine One-man-show des Priesters; der Charakter einer gemeinsamen Mahlfeier des Volkes Gottes soll spürbar werden. Die einzelnen Dienste in der Liturgie möchten dies unterstreichen:
Der Zelebrant steht als Priester dem Gottesdienst vor. Er eröffnet mit dem Kreuzzeichen und dem liturgischen Gruß die Feier und beschließt sie mit dem Segen und der Sendung. Tages-, Gaben- und Schlussgebet gehören zu seinen Aufgaben. Das Hochgebet (Erinnerung und Vergegenwärtigung der Heilstaten Gottes) betet der Zelebrant stellvertretende für das gläubige Volk, das Volk mit Akklamationen (Heilig, Liedverse, Geheimnis des Glaubens, Amen) antwortet und einstimmt. Die Verkündigung des Evangeliums und die Homilie (Ausdeutung der Schrift) zählen ebenfalls zum Dienst des Zelebranten.
Die zum Diakon geweihten Männer haben neben ihren caritativen Aufgaben einen besonderen Dienst in der Liturgie: Verkündigung des Evangeliums, Homilie, einzelne Zurufe/Einladungen an die feiernde Gemeinde, Kommunionspendung. Darüber hinaus kann ein Diakon Begräbnisse und andere Wortgottesdienste leiten, er darf bei einer kirchlichen Trauung assistieren und auch taufen.
Die Leute, die sich zum Verkünden der Schrifttexte in der Heiligen Messe bereit erklären, werden in eigenen Kursen dafür geschult. An Wochentagen gibt es eine Lesung, an den Sonntagen sind zwei (aus dem Alten und aus dem Neuen Testament) vorgesehen. Lektoren tragen oft auch Kyrie-Texte und Fürbitten vor, sie können auch andere Vorbeter-Aufgaben z.B. in Maiandachten übernehmen. Manchmal verlautbaren sie auch die Informationen aus dem sonntäglichen Mitteilungsblatt.
Wer singt, betet doppelt! Wir sind für den Dienst der Kantoren sehr dankbar. Sie stimmen Lieder an und proben diese mit der Gemeinde. Sie verkünden den Psalm, singen Liedverse wie das Halleluja oder andere Kehrverse und geben dadurch dem Gottesdienst einen feierlichen Klang.
Am Dienst der Ministranten wird in äußeren Zeichen ein inneres Tun anschaulich gemacht: das langsame Einziehen in den Gottesdienst, das feierliche Gewand, das an unser Taufkleid erinnert, das Bringen der Gaben, das Stehen um den Altar, das Läuten, und Tragen des Lichtes und des Weihrauchs.
Ein besonderer Dienst ist das Austeilen der Heiligen Kommunion in den Gestalten von Brot und Wein. „Gebt ihr ihnen zu essen!“ hat Jesus zu den Jüngern gesagt, und sie haben bei der Brotvermehrung das Brot an alle ausgeteilt. Am Ende waren alle satt.
Die Geldgabe zur Gabenbereitung in die Körbe der Absammler ist ein Zeichen der Großherzigkeit der Gläubigen, die mit ihrem Obolus etwas für Ärmere oder den Haushalt der Gemeinde beitragen.
Zum Leiten eines Kinderwortgottesdienst braucht es ein besonders Gespür für die Sprache der Kinder. Oft sind es Mütter, die sich zu diesem Dienst bereit erklären.
Die musikalische Gestaltung ist ein wesentlicher Teil der feierlichen Atmosphäre eines Gottesdienste. Die Spanne reicht hier von einfachen Liedern aus dem Gotteslob, die acapella gesungen werden, bis hin zu feierlich gestalteten Orchestermessen mit dem Chor. Dazwischen gibt es das neue religiöse Liedgut, das mit Gitarren oder verstärkten Instrumenten begleitet werden kann. Die Orgel hat in der Liedbegleitung traditioneller Weise einen besonderen Platz.
Die Dienste des Mesners geschehen zwar meist im Hintergrund, sind aber deswegen nicht unwichtig: der Mesner bereitet alle Geräte, Bücher und Gewänder für die Feier vor, er hilft den Ministranten, achtet auf Ordnung und Sauberkeit der Kirche, er prüft den Bestand der Kerzen, von Weihrauch und Weihwasser, er putzt auch rund um die Kirche und räumt im Winter den Schnee.
Blumen verleihen dem Gottesdienstraum eine wohnliche und schöne Atmosphäre. Ohne sie wäre die Kirche oft kalt und leer. Doch den großen Raum schön und stilvoll zu schmücken, dazu braucht es sehr viel Gefühl und Geschick.
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