Kommt und seht ... Seelsorge & Spiritualität Sonntagswort 5. So: Jesus ruft im ganz normalen Alltag
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Sonntag, den 14. Februar 2010 um 00:00 Uhr

5. Sonntag: Jesus ruft im ganz normalen Alltag

Wir haben heute in der ersten Lesung von einer besonderen Berufung gehört: von der Berufung und Sendung des Propheten Jesaja im Tempel: sehr spektakulär wird das Geschehen dargestellt: der Tempel ist von Engeln erfüllt, Rauch steigt auf, die Türschwellen beben und eine Stimme ruft den jungen Mann und sendet ihn. Die Frage ist, ob Berufung immer so außergewöhnlich vor sich geht, oder ob sie auch im ganz normalen Alltag geschehen kann.

Das Evangelium vom reichen Fischfang gibt mir auf diese Frage Antwort. Eine Antwort, die ich an vier Beobachtungen deutlich machen möchte:


  1. Jesus steigt ins Boot des Simon – er steigt auch in mein Boot des Lebens, er kommt zu mir in meinen Alltag: Jesus nimmt mein ganz normales Leben ernst und schätzt es.
  2. Jesus bittet den Petrus, ein bisschen auf den See hinaus zu fahren, von wo aus er die Leute lehrt – er lädt mich ein, ein bisschen Abstand vom Alltagsgeschehen zu nehmen, um sein Wort zu hören: wo schaffe ich es, mich ein bisschen aus dem Alltagsbetrieb herauszunehmen, um auf Gotteswort oder auf meine innere Stimme zu hören? Vielleicht in der Sonntagsmesse, vielleicht bei einem Spaziergang oder bei einer persönlichen Mediation…
  3. Jesus bittet die Jünger zum Fischfang, auch wenn dies untertags und nach einer erfolglosen Nacht fast sinnlos erscheint – er bittet uns, nicht nur aus Erfahrung und Berechnung heraus zu handeln, sondern auch aus dem Impuls des Glaubens Grenzen zu überwinden: das heißt für uns, aufgrund des Glaubens etwas zu wagen. zB. einen Schritt des Verzeihens zu wagen, Zivilcourage zeigen, auf jemanden offen zuzugehen
  4. Die Jünger machen einen reichen Fang und können es nur mit Hilfe anderer einholen – die Früchte des Glaubens sind zahlreich und nur in Gemeinschaft zu ernten und genießen: diese Früchte sind für mich: die Freude aus dem gemeinsamen Glauben, eine innere Zuversicht, eine Stärkung oder ein Neuanfang. So zeigt uns das Evangelium symbolisch auf, wie Berufung im normalen Alltag geschehen kann – immer wieder neu.
 

Heute, 19.5.2012

Heilige/r des Tages:
Hl. Kuno von Regensburg,  Hl. Maria Bernarda (Verena) Bütler,  Hl. Cölestin V

Lesung: Apg. 18,23-28.

Evangelium: Joh. 16,23b-28.

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