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| Sonntag, den 28. Februar 2010 um 12:36 Uhr | |||
2. Fastensonntag: Gott wirkt lebendig unter unsVom ersten russ. Weltraumfahrer Juri Gagarin wird folgende Anekdote erzählt: Als er vom ersten bemannten Weltraumflug auf die Erde zurückkam, da hat man ihn gefragt: Hast du dort oben auch Gott gesehen? – Er: Ich habe nach ihm Ausschau gehalten – aber er war nicht zu sehen. Unser menschliches Bestreben ist es, dass wir immer tiefer in die Geheimnisse des Lebens und des Weltalls vordringen. Doch je mehr wir auf diese berechnende Weise dahinter schauen können, umso klarer wird: durch nüchternes Forschen und Greifen ist Gott nicht zu finden – weder in den Tiefen des Weltalls, noch in der Analyse des Mikrokosmos bzw. des menschlichen Erbmaterials. Es gibt aber einen anderen Blick, der mehr sieht, es ist der Blick des Herzens, der offen ist für Beziehung. Wer so schaut, kann Gott staunend hinter und in allem erleben. Aber machbar sind diese Erfahrungen nicht. Gotteserfahrungen werden geschenkt. Sie können unser Leben wandeln, sie lassen uns aufbrechen, wie es Abraham getan hat, sie geben uns das Gefühl, zu Hause zu sein, wie die Jünger, die bleiben und 3 Hütten bauen wollen. Auf den Exerzitien, die ich vergangene Woche machen durfte, ist mir mit Erschrecken aufgefallen, dass ich eigentlich gar nicht so richtig mit Gott rechne. Er hat zwar einen Platz in meinem Leben, aber mehr oder weniger als Zuschauer, er ist wie ein Fan von uns, der uns anfeuert, aber der uns die Erde und unser Leben selber überlässt. Da bin ich erschrocken, dass Gott in meinem Denken so klein ist. Denn: Er ist doch der Schöpfer der Welt, der alles in seinen Händen hält, der den Himmel gemacht hat und die Erde, der meine Gefühle kennt, noch bevor ich sie ausspreche. Er wirkt mit übergroßer Macht in mir, wenn ich an ihn glaube. Dieser Blick des Glaubens ist mir abgegangen und in den Exerzitien wieder geschenkt worden, ich habe darum gebetet, dass er meine Beziehung zu ihm wieder erneuere. Gott kann nur in einer persönlichen Beziehung erfahren werden. Gerne hätte ich auf den Exerzitien eine Hütte zum Bleiben gebaut. Aber wie die Jünger muss auch ich wieder in den Alltag gehen. Jedoch verwandelt: mit der erneuerten Gewissheit, dass Gott lebendig in unserer Mitte wirkt. Dem, der mit dem Herzen Ausschau hält nach Gott, dem wird er sein Angesicht nicht verbergen.
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Heilige/r des Tages:
Hl. Kuno von Regensburg, Hl. Maria Bernarda (Verena) Bütler, Hl. Cölestin V
Lesung: Apg. 18,23-28.
Evangelium: Joh. 16,23b-28.