Kommt und seht ... Seelsorge & Spiritualität Sonntagswort 4.FaSo: Manchmal überkommt uns die Sehnsucht ...
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Sonntag, den 14. März 2010 um 00:00 Uhr

4. Fastensonntag: Manchmal überkommt uns die Sehnsucht ...

Manchmal überkommt uns die Sehnsucht, Bindungen und Fesseln abzustreifen, um aufzubrechen, wohin wir wollen. – Vielleicht werde ich ja nie der, der ich bin, wenn ich immer am selben Ort bleibe?  Faktum ist: zur Entwicklung junger Menschen gehört es, eigene Wege zu gehen, selbst wenn sie nicht wissen, wohin diese führen.

Mit einem Wort: ich verstehe den Aufbruch des jüngeren Sohnes. Und auch im Evangelium sehe ich keine Kritik auf Seiten des Vaters, als der jüngere Sohn loszieht.

Allerdings geht er in der Freiheit buchstäblich vor die Schweine, kann sich selbst nicht mehr riechen, ist am Ende. - Eine Freiheit losgekoppelt von Beziehungen und Bindungen scheint nicht leb bar zu sein. - So geht er in sich und besinnt sich dessen, was er in der Nähe seines Vaters hatte. Er beschließt eine Umkehr, eine Umkehr, die aus tiefstem Herzen kommt und ehrlich ist.

Auch der Vater hat Sehnsucht, er hat gewartet und als er ihn sieht, kommt in seinem Herzen Mitleid auf. Er läuft ihm entgegen, küsst ihn und schließt ihn in seine Arme. Kein Wort von Vorhaltung, kein Besserwissen, sondern ganz im Gegenteil: pure Freude: du bist wieder da! Das Leben kann neu beginnen, du musst dir dein Zuhause nicht erst verdienen. Dem Sohn wird verziehen, bevor der erst richtig um Verzeihung bitten kann.

Und dann ist da auch noch der ältere Sohn. Ich kann seine Enttäuschung mit vollziehen! Er, der Vernünftige, der Brave und Treue muss sich doch jetzt benachteiligt fühlen. Er kann die Freude des Vaters nicht verstehen, weil ihm an seinem Bruder wenig liegt. Er kann sich auch selber nicht freuen, weil er das Herz seines Vater noch nicht kennt. - Jetzt ist der ältere Sohn der verlorene Sohn, dem mitten im Leben das Leben ausgegangen ist.

Doch der Vater wirbt um seine Mitfreude, denn er liebt seine beiden Söhne gleichermaßen. Er geht auch ihm entgegen.

Jesus erzählt uns diese Geschichte, um auch bei uns um das Vertrauen in die Liebe Gottes zu werben. Egal ob wir uns mit dem jüngeren oder dem älteren Sohn identifizieren, wir sind in die Freude des Reiches Gottes eingeladen.

Und die Moral von der Geschichte: Es geht nicht um Moral, sondern um Liebe!

 

Heute, 19.5.2012

Heilige/r des Tages:
Hl. Kuno von Regensburg,  Hl. Maria Bernarda (Verena) Bütler,  Hl. Cölestin V

Lesung: Apg. 18,23-28.

Evangelium: Joh. 16,23b-28.

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