Kommt und seht ... Seelsorge & Spiritualität Sonntagswort Gründonnerstag: Liebe bis zur Vollendung
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Freitag, den 02. April 2010 um 09:33 Uhr

Gründonnerstag: Liebe bis zur Vollendung

Im Vorspann zum Bericht der Fußwaschung bei Johannes steht der Satz: „Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung.“ Es geht also um die Liebe bei der Geste der Fußwaschung, um ein Zeichen der Hingabe.

  • Liebe beugt sich hinunter zu dem der unten ist, der schwächer ist.
  • Liebe gibt sich mit dem Schmutz anderer ab.
  • Liebe grenzt niemanden aus und schenkt sich allen.
  • Liebe beginnt persönlich und konkret,
  • Liebe fängt immer klein an wie ein Samenkorn – als Anfang des Reiches Gottes


Ich möchte heute den Blick auf zwei Teilnehmer an der Fußwaschung lenken, nämlich auf Judas und Petrus. Sie beide haben mit der Art der Liebe Jesu und mit der Art, wie das Reich Gottes kommt, ihre Schwierigkeiten:

Da ist einmal der Judas:

Er ist wahrscheinlich besser als sein Ruf. Auf jeden Fall gehört er zum Zwölferkreis. Er hat sich von Jesus rufen lassen und ist mit ihm herumgezogen. Natürlich kennen wir seine Motive nicht, die ihn dazu getrieben haben, Jesus auszuliefern. (Im Johannesevangelium steht einfach die Bemerkung: Der Teufel hatte Judas ins Herz gegeben, Jesus zu verraten und auszuliefern) Doch ich denke vielleicht wollte Judas einfach das Reich Gottes herbei zwingen. Er war ja Zeuge, wie die Menschen in Palästina unter der Last der römischen Herrschaft litten. Er teilte die Hoffnung auf einen Befreier und Messias. Als dieser in der Gestalt des Jesus von Nazareth endlich kam, änderte sich nichts Weltbewegendes. Vielleicht dachte Judas nun: Der Messias muss gezwungen werden, endlich zu zeigen, wer er ist. Vielleicht hat Judas einfach die Geduld verloren und er wollte den Erfolg erzwingen. Die Liebe Jesu aber, die in kleinen Gesten mächtig wirkt, konnte er nicht sehen und glauben.

  • Genauso könnte es sein, dass wir angesichts der Not in der Welt das Reich Gottes gerne herbeizwingen wollen. Endlich Gerechtigkeit machen! Aber die Liebe der kleinen Gesten übersehen wir wie Judas.

Und dann ist da der Petrus:

Hier bei der Fußwaschung will Petrus sich nicht waschen lassen – im übertragenen Sinn bedeutet es, er will sich nicht lieben lassen. Wenn aber, dann ordentlich, dann nicht nur die Füße, sondern auch Hände und Haupt. Auch Petrus baut scheinbar in seinen Vorstellungen noch auf ein ganz anderes Kommen des Reiches Gottes: vielleicht meint er, es müsse mit einem Schlag eintreten und alles mit Liebe erfüllen. Deswegen tut er sich noch schwer, in der kleinen Geste bereits das Ganze zu erkennen.

  • Genauso könnte es sein, dass wir die kleinen Gesten der Liebe von Mitmenschen nicht annehmen wollen, weil sie uns zu gering erscheinen. Im Ersehnen der großen Liebe übersehen wir die kleinen Zeichen, die schon ein Anfang sind.

So wie Jesus mit seinen Jüngern geduldig war, so ist er es auch mit uns. Er schenkt uns auch heute so kleine Zeichen seiner ganzen und vollen Liebe. Wenn wir aneinander so handeln, wie es Jesus getan hat, dann ist das ein Anfang, ein Anfang des Reiches Gottes, ein Anfang von Ostern.

 

Heute, 19.5.2012

Heilige/r des Tages:
Hl. Kuno von Regensburg,  Hl. Maria Bernarda (Verena) Bütler,  Hl. Cölestin V

Lesung: Apg. 18,23-28.

Evangelium: Joh. 16,23b-28.

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