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2. Sonntag der Osterzeit: Alle Knospen springen aufImmer wenn im Frühling die Bäume und Sträucher blühen, fällt mir der Satz eines indischen Weisen ein, ein Spruch von Rabindranath Tagore, der lautet: „Ich bat den Baum, erzähl mir von Gott – und er begann zu blühen!“ Obwohl ein Baum nicht reden kann, spricht er uns doch an, wenn er blüht. Er erzählt von Gott: von der Schönheit, von der Farbenpracht und von der Vielfalt. Um wie viel mehr können wir als Menschen von Gott erzählen, wenn schon ein „stummer“ Baum so viel erzählen kann. Denn jeder ist einzigartig, jeder unverwechselbar – von Anfang an – mit vielen Gaben ausgestattet. Eltern freuen sich sehr, wenn ihre Kinder zu sprechen beginnen, und wenn sie sich mit ihren Begabungen entfalten und aufblühen. Denn dann erzählen sie von Gott. Und das ist etwas sehr Schönes. Das Aufblühen und Wachstum bei einem Menschen hört nicht auf, auch dann nicht wenn man erwachsen ist. Es geht weiter. Denn wir wachsen nicht nur körperlich im Außen, sondern es gibt auch ein inneres Wachstum. Ich meine damit das Bewusstsein, das Wach-Sein für die Liebe, das Wahrnehmen können der Schönheit und Güte Gottes in dieser Welt – auch, wenn sie noch verborgen ist. Im heutigen Evangelium wird dieses innere Sehen angesprochen: Thomas ist noch nicht so weit, er kann nicht glauben. Er braucht greifbare Anhaltspunkte. Jesus schenkt ihm eine Erfahrung, durch die er dann weiter und tiefer sehen kann. Jetzt kann er den großen Gott mit seinen begrenzten Sinnen „sehen“ und glauben. – So lässt uns Gott Zeit, bis jeder zu diesem Sehen kommt. Um dieses Aufblühen unseres spirituellen Sinnes, unseres Glaubens geht es schon im Leben unserer Kinder. Begleiten wir sie nicht nur beim Heranwachsen ihrer körperlichen Fähigkeiten, sondern schenken wir ihnen auch Erfahrungen, die Grundlage sein können für ein inneres Wachstum, für das Sehen der Liebe, für den Glauben. Auch der Glaube ist eine Knospe, die sich in uns öffnen kann.
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Heilige/r des Tages:
Hl. Kuno von Regensburg, Hl. Maria Bernarda (Verena) Bütler, Hl. Cölestin V
Lesung: Apg. 18,23-28.
Evangelium: Joh. 16,23b-28.