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Zum 5. Sonntag in der Osterzeit: Wie sich Liebe zeigt und woraus sie erwächst


Christliche Liebe kann in den einfachsten Dingen zum Zuge kommen. Um sie zu üben, brauchen wir nicht auf weiß Gott welche Gelegenheiten zu warten. Es wäre auch ein Missverständnis zu meinen, sie sei an besondere Gefühle gebunden oder drückte sich in einer fulminanten inneren Ergriffenheit aus. Die Liebe ist in uns hineingelegt, unsichtbar ist sie da, und bei jeder noch so unscheinbaren Gelegenheit können wir sie wirksam werden lassen. Dies können kleine Zeichen der Liebe zu Gott, der Liebe zu Jesus sein, etwa ein Stoßgebet: "Jesus, ich möchte dich immer mehr lieben!", "Vater, ich liebe dich mit ganzem Herzen. Mein Herz soll dir gehören ...", "Komm, Heiliger Geist, lass meine Liebe wachsen ..."

Sodann gibt es zahllose Weisen, wie wir den Nächsten lieben können: durch ein Lächeln, ein Zeichen des Wohlwollens und Verstehens, durch Geduld ... Die Liebe ist aus sich selbst etwas Großartiges und Erhabenes, sie macht auch die kleinsten, einfachsten Dinge groß.

Die Liebe wächst, wie gesagt, aus dem Glauben, aus der Verkündigung der Liebe Gottes zu uns. Der Glaube aber wächst aus dem Wort Gottes, das ihn aufkeimen lässt und stärkt. Darum ist es so wichtig, die Bücher der Heiligen Schrift, das Evangelium zu lesen und zu meditieren, sich treffen zu lassen von der großen Liebe, die Jesus uns durch sein Leben, in seinem Tod und in seiner Auferstehung gezeigt und erwiesen hat. Die Liebe in uns weitet sich in dem Maße, wie wir begreifen, wie sehr Jesus uns geliebt hat und liebt, wie er die Kleinen liebte, die Armen, die Aussätzigen, die Kranken, die Lästigen, die Feinde.


Aus: Carlo Maria Martini, Damit Leben stimmig wird. Orientierungen. Verlag Neue Stadt, München 2001

 

Heute, 22.5.2013

Heilige/r des Tages:
Hl. Rita

Lesung: Sir. 4,12-22.

Evangelium: Mk. 9,38-40.

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