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16. Sonntag im Jahreskreis: Know-how - Know-whatUnsere technisch orientierte Gesellschaft ist davon geprägt, dass wir auf allen möglichen Gebieten ein sehr hoch entwickeltes Know-how haben. Wir wissen, wie alles funktioniert, wie man dies und jenes machen kann. Kinder nehmen schon sehr früh vieles davon auf und überholen uns nicht selten im Laufe ihres Heranwachsens. Aber es macht sich auch bemerkbar, dass sich in Sachen Lebensfragen eine Unsicherheit ausbreitet. Man spürt, dass Betrieb allein nicht alles sein kann.Auf der einen Seite werden die Lebensmöglichkeiten immer reicher, aber zugleich kann man an wirklich gelebtem Leben verarmen. Das know-how, das Wissen, wie etwas funktioniert, ist sehr groß, aber das know-what, das Wissen um Gründe und Ziele unseres Daseins, wird oft ausgeblendet. Der Physiker Werner Heisenberg hat das in einem Bild anschaulich gemacht: Stellen Sie sich einen Ozeandampfer vor. Auf ihm ist eifriges Wirken und Arbeiten, von der Maschine bis zur Klimaanlage, von der Küche bis zum Service. Alles funktioniert. Eines allerdings fehlt: In der Kommandozentrale gibt es keinen Kompass. So kann das Schiff nicht gesteuert werden. Das ganze hektische Treiben ist daher richtungslos. Der ganze Betrieb läuft leer. Es geht nirgendwo hin. Vielleicht kann uns dieses Bild helfen, das heutige Evangelium zu verstehen: Marta ist sehr beschäftigt, sie sorgt für das leibliche Wohl ihrer Gäste. Maria tut scheinbar nichts, weshalb sich ihre Schwester auch beklagt. Sie sitzt Jesus zu Füßen und lauscht seinen Worten. Sie nützt die Gelegenheit, wo Jesus da ist, um sich von ihm beschenken zu lassen. Das aber kann sie nur, wenn sie selber still und bereit wird, ihm zuzuhören. Leider haben wir diese Fähigkeit mehr und mehr verlernt. Doch dieses Ruhigwerden und sich öffnen ist wie das Wasserschöpfen an einer Quelle mitten in der Wüste. Deswegen schützt Jesus Maria: Sie hat etwas Notwendiges erwählt. Es soll ihr nicht genommen werden. Nur so kann sie dann auch wieder ihrer Arbeit mit voller Kraft nachgehen. Überlegen wir, wo für uns betriebsame Menschen jene Orte der Einkehr und des Lauschens sind: in der Kirche beim Gottesdienst, bei einem gemeinsamen Mahl, oder bei einem bewußten Spaziergang in der Natur – wir brauchen das wie das Schiff den Kompass.
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Heilige/r des Tages:
Hl. Kuno von Regensburg, Hl. Maria Bernarda (Verena) Bütler, Hl. Cölestin V
Lesung: Apg. 18,23-28.
Evangelium: Joh. 16,23b-28.