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23. Sonntag im Jahreskreis: Taufe von EmmaIm heutigen Evangelium ist die Rede davon, dass man es sich gut überlegen soll, wenn man Jesus wirklich nachfolgen will. Der Vergleich wird gebracht: Wer einen großen Turm bauen will, muss vorher schauen, ob die Mittel reichen. Ich würde noch ein anderes Beispiel bringen: Wer einen Berg besteigen will, muss vorher seine Ausrüstung checken, Kondition und Wetter prüfen, ob er sich eine schwierige Bergbesteigung zutrauen kann. Nun, wir könnten jetzt Emma fragen, ob sie sich genügend ausgerüstet fühlt, um eine Christin zu werden, aber sie wird höchstwahrscheinlich keine für uns befriedigende Antwort geben können. – Ist die Taufe eines Kleinkindes dann überhaupt sinnvoll? Was geschieht denn bei der Taufe? Ich lade euch ein, das Geschehen der Taufe aus drei verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten: aus der Perspektive der Eltern, aus der Perspektive der Kirche und aus der Perspektive des Taufkindes. Eltern: Aus der Perspektive der Eltern verstehe ich, dass Eltern ihr Kind dann taufen lassen wollen, wenn sie selber die Gemeinschaft der Glaubenden als guten Lebensraum erfahren haben und dies nun auch für ihr Kind wünschen. Liebe Kathi, lieber Christian, so wie ihr eurer Tochter alles Gute und Wichtige mitgeben wollt, so möchtet ihr sie auch schrittweise hinein begleiten in die Gemeinschaft der Christen und ihr die Schätze des Glaubens kindgemäß nahebringen. Kirche: Was tut nun die Kirche? Mit der Zeichenhandlung der Taufe drückt die Kirche das aus, was sie glaubt: sie glaubt, dass jeder Mensch ein Kind Gottes ist, unendlich geliebt, beim Namen gerufen und mit lebendigem Gottesgeist begabt. Symbolisch wird gesagt: Wir werden eingetaucht in diese materielle Welt, aber wir gehen in ihr nicht unter. Das Auftauchen symbolisiert das Erwachen des Bewusstseins, dass Gott mich sieht und liebt. Das ist eine Zusage durch das Handeln der Kirche, die unabhängig von jeder menschlichen Vorleistung ist. Taufkind: Was ist für das Taufkind zu sagen: Emma wird im Lauf ihres Lebens Gelegenheit haben, mit ihrem Leben Antwort zu geben auf diese Zusage. In der ihr möglichen Freiheit darf sie entscheiden, wie sehr sie sich einlässt auf die Nachfolge Jesu, wie viel sie dem lebendigen Geist zutraut, der sie ein Leben lang führt und leitet. Und so komme ich wieder bei der Botschaft des heutigen Evangeliums an: fühlen wir uns von Gott angesprochen und persönlich beim Namen gerufen? Haben wir seine Liebe schon tief in uns aufgenommen? Denn das ist die Voraussetzung, wenn wir Jesus wirklich nachfolgen wollen.
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Heilige/r des Tages:
Hl. Kuno von Regensburg, Hl. Maria Bernarda (Verena) Bütler, Hl. Cölestin V
Lesung: Apg. 18,23-28.
Evangelium: Joh. 16,23b-28.