Kommt und seht ... Seelsorge & Spiritualität Sonntagswort 24. So: Freude über das Wiederfinden
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24. Sonntag im Jahreskreis: Freude über das Wiederfinden

Wir können die Bibel auf zweierlei Weisen lesen:

  1. einmal so als würde uns ein Spiegel vorgehalten werden: dann erkennen wir uns in den Erzählungen selber, das was gut, und das was falsch von uns ist....
  2. aber die für mich noch schönere Weise, ist die Bibel so zu lesen, als wäre sie ein Fenster, ein Fenster auf Gott.

Das heutige Evangelium lädt uns ein, wie durch ein Fenster auf Gott hin durchzuschauen.

Das ganze 15. Kapitel des Lukas handelt von einem besonderen Wesenszug Gottes: das verbindende Stichwort der drei Gleichnisse vom verlorenen Schaf, von der verlorenen Drachme und auch vom verlorenen Sohn ist die „Freude Gottes über das Wiederfinden".

Für mich lassen diese Gleichnisse einen der tröstlichsten und zärtlichsen Wesenszüge Gottes erkennen: Gott geht dem Verlorenen nach, bis er es gefunden hat. Gott setzt alles ein, um das Arme und Verlorene und Kleine zu finden. Gott wartet mit offenen Armen auf den, der sich entfernt hat. Seine Freude über das Wiederfinden ist so groß, dass sie in einem Fest mündet, zu dem alle eingeladen sind.

Jesus richtet diese Gleichnisse an die Adresse der Frommen, die sich über seinen Umgang mit den Sündern empören. Ihr Gottesbild ist starr und eng. Sie legen an Gott ihren kleinen Maßstab, statt sich von Gottes großem Maßstab messen zu lassen. Gottes Maß ist weit. Er teilt Menschen nicht in Wertvolle und Unwerte ein. Gott sei Dank.

Denn wer geht nicht einmal in die Irre, sucht ein anderes Leben, andere Götter, verliert sich, verliert Gott? - Gott lässt die Freiheit, eigenen Wege zu gehen. Vielleicht verliere ich ihn.

Aber ich darf mich finden lassen. Ich darf zurückkommen. Er gibt mich niemals verloren.

Lassen wir uns anstecken von dieser sehnsüchtig suchenden Liebe Gottes und seiner Freude des Findens.

 

Heute, 19.5.2012

Heilige/r des Tages:
Hl. Kuno von Regensburg,  Hl. Maria Bernarda (Verena) Bütler,  Hl. Cölestin V

Lesung: Apg. 18,23-28.

Evangelium: Joh. 16,23b-28.

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