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26. Sonntag im Jahreskreis: BesetztIch möchte unbedingt jemanden erreichen und greife zum Telefonhörer. Ich wähle und merke am raschen Tüten: da ist besetzt. Ich versuche es in 5 Minuten-Abständen, doch erfolglos. Diese Erfahrung kann uns helfen, einen Aspekt des heutigen Evangeliums zu verstehen. Da geht es auch um einen Anruf: um den Ruf Gottes hinein in mein Leben ... und da ist besetzt: Ich kann nicht wahrnehmen, was Gott von mir will, weil ich besetzt bin von verschiedenen Dingen, die mich anderwärtig in Anspruch nehmen. Auch beim reichen Prasser ist besetzt: Gott spricht zu ihm durch die Not eines armen Menschen, der den Namen Lazarus, d.h. Gott hilft, trägt. Doch der reiche Mann hat für ihn weder Ohr, noch Auge, geschweige denn eine helfende Hand. Dieser reiche Mann ist ein Spiegel für uns: was gibt es da nicht alles in meinem Leben, das mich blind, taub und träge macht gegenüber den feinen Anrufen Gottes?
Ich könnte da noch beliebig viele Alltagserfahrungen anfügen, immer läuft es darauf hinaus, dass mir keine Zeit bleibt, für mich selber und für andere da zu sein – ich bin besetzt und nicht frei. Das Gleichnis vom armen Lazarus und dem reiche Mann will nicht Besitz und Geld verteufeln – und auch nicht auf ein besseres Jenseits vertrösten, sondern es möchte uns die Augen öffnen für die Folgen des Besetztseins. Diese Folgen sind schon in diesem Leben als Qualen erfahrbar: wir sind dann wirklich wie durch einen tiefen Graben abgeschnitten von den anderen, wenn wir sie in ihrem Dasein nicht mehr wahrnehmen. Das heutige Evangelium erinnert uns daran, dass wir Gott zuerst im Nächsten, aber dann auch in den Schriften entdecken können. Dort begegnet er uns.
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Heilige/r des Tages:
Hl. Kuno von Regensburg, Hl. Maria Bernarda (Verena) Bütler, Hl. Cölestin V
Lesung: Apg. 18,23-28.
Evangelium: Joh. 16,23b-28.