Kirchweih - Zachäus
Am Kirchweihtag ist es meines Erachtens angebracht über Gemeinde und Gemeinschaft zu sprechen, denn ein Gotteshaus steht ja schließlich auch für die Gemeinde, die sich darin versammelt und im gemeinsamen Feiern Kraft schöpft. Wenn man Kirche sagt, meint ja nicht nur den Bau aus Steinen, sondern auch die lebendigen Menschen: Kirche, das sind wir. An Hand der Zachäusgeschichte möchte ich zeigen, wie und wo Gemeinde aufblühen kann:
- EGO: Solange wir nur unser eigenes Wohl im Auge haben und nur unser eigenes Haus bestellen, bleiben wir allein. Da tut sich nicht viel nach außen. Freilich es gibt in unserem Leben solche Phasen und sie haben auch ihre Berechtigung.
- SEHNSUCHT: Erst wenn uns die Sehnsucht nach draußen treibt und uns Ausschau halten lässt nach mehr, kommt Bewegung in unser Leben. Dieser Beginn der Suche und des Ausschauhaltens nach mehr geschieht oft zunächst noch im Verborgenen.
- RUF: Jesus selber geht auf uns zu. Er sieht auch das Verborgene. Er schenkt mir Ansehen. Er ruft mich beim Namen. Er sagt: Komm schnell herunter! Ich muss heute Gast sein bei dir.
- ÖFFNUNG: Mit der Gastfreundschaft des Zachäuns beginnt eine Weitung und Wandlung seines Lebens. Er hat eine lebendige Quelle gefunden, die nicht mehr versiegt. Er muss nicht mehr alles bei sich horten und halten. Er möchte teilen, sich mitteilen. Der Anfang von Gemeinschaft beginnt also in der Öffnung des Herzens eines Menschen.
- EMPÖRUNG: Es gibt da aber noch eine Gemeinde draußen. Das sind die Guten, die sich äußerlich an die öffentlichen Regeln halten und mit dem Neuen nicht umgehen können/wollen. Sie sind die, die sich empören über jeden neuen Keim des Lebens, weil er nicht von ihnen kommt.
Es liegt an uns, zu schauen, wo wir stehen:
- Befinden wir uns in der Phase des versteckten Ausschauhaltens nach Jesus?
- Sind wir schon von Jesus Angesprochene und Berührte?
- Sind wir auf der Seite derer, die mit dem Finger zeigen und das Neue nicht erkennen?
Ich habe versprochen über Gemeinschaft zu reden, dabei habe ich nur über Zachäus geredet – bewusst, denn Gemeinde beginnt im Kleinen, im sehnsüchtigen Herzen eines Menschen, das von Jesus berührt ist.
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