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29. Sonntag im Jahreskreis - ErntedankIch habe es schön öfter erzählt, weil es für mich ein besonderes Erlebnis und eine besondere Einsicht war: auf einer Exerzitienwoche bin ich einmal mit einem speziellen Gedanken im Klostergarten in Kirchberg spazieren gegangen. Es war der Gedanke bzw. die Frage: Wem verdanke ich mein Leben? Ich habe bei meinen Eltern angefangen, die mir das Leben geschenkt haben, aber schon hier hätte ich die Gedanken ausweiten können zu den Großeletern, Urgroßeltern usw ... Es gibt aber auch eine andere Seite des Beschenktseins, die in der Wortverwandtschaft von Gabe und Aufgabe ausgedrückt ist: die herausfordernde Dimension von Geschenken; in jeder Gabe steckt auch eine mögliche Aufgabe und Zumutung. Es kann sein, dass jemand seine Gaben daher lieber zurückgeben will, weil ihm die Aufgabe zu groß erscheint. Auch im zwischenmenschlichen Bereich kenne ich das, dass jemand keine Geschenke annehmen will, weil er sich dann zu sehr in der Schuld des anderen fühlt. Ich habe heute bewusst die Bibelstellen des Sonntags gelassen und keine speziellen Erntedankstellen ausgesucht, weil ich mir gedacht habe: die Haltung der inständig bittenden Witwe und des unermüdlich betenden Mose können uns helfen, nicht aufzugeben. Wir dürfen bei den Geschenken nicht stehen bleiben, sie sind uns anvertraut, dass wir daraus etwas machen; dass wir unsere Bemühungen investieren, bis uns die Gaben neu und verwandelt wieder geschenkt werden. Erntedank ist daher nicht nur ein Dank für die Früchte der Erde, die uns einfach zufallen, sondern auch ein Dank für die menschliche Arbeit und Bemühung, durch die wir die Erde gestalten.
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Heilige/r des Tages:
Hl. Kuno von Regensburg, Hl. Maria Bernarda (Verena) Bütler, Hl. Cölestin V
Lesung: Apg. 18,23-28.
Evangelium: Joh. 16,23b-28.