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30. Sonntag im Jahreskreis: Wir sind nicht perfekt

Wenn es Gottes Wille wäre, dass wir ein perfektes und tadelloses Leben erreichen, hätte er uns wahrscheinlich anders geschaffen... So aber müssen wir lernen, mit unseren Fehlern und Schwächen umzugehen. Es ist wichtig, dass wir für unsere Bedürftigkeit und Schwächen nicht blind sind. Das gilt für jeden einzelnen Menschen, aber auch für die Kirche als ganze. Die Erzählung vom selbstgerechten Pharisäer und dem schuldbewussten Zöllner ist dafür ein mahnendes Beispiel.

Hinter der Tatsache unserer Begrenztheit und Gebrechlichkeit steckt für mich ein tiefer Sinn: wir lernen dadurch Menschlichkeit; durch die Erfahrung eigener Schwächen können wir zu mitfühlenden Menschen werden.

Wer jedoch nur versucht, perfekt und vollkommen zu sein, der wird egoistisch und stolz. Wer sich nur der eigenen Taten rühmt, übersieht bald die eigenen Bedürftigkeit.

Ich glaube, dass die Risse und Sprünge in unserem Leben jene Öffnungen sind, durch die die Liebe ein- und ausfließen kann.

Ein stolzes Herz ist wie ein gepanzerter Körper, ein demütiges reumütiges Herz ist wie ein fruchtbarer Boden, auf dem die Liebe aufblühen kann.

 

Heute, 19.5.2012

Heilige/r des Tages:
Hl. Kuno von Regensburg,  Hl. Maria Bernarda (Verena) Bütler,  Hl. Cölestin V

Lesung: Apg. 18,23-28.

Evangelium: Joh. 16,23b-28.

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