Kommt und seht ... Seelsorge & Spiritualität Sonntagswort 32. So: Gibt es eine Auferstehung?
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32. So im Jahreskreis: Gibt es eine Auferstehung?


Im heutigen Evangelium wird die Frage nach der Auferstehung aufgeworfen. So wie damals ist dieses Thema auch heute eine Streitfrage. Für viele Menschen – auch für Christen – ist es schwer, an Auferstehung zu glauben. „Ich kann mir nicht vorstellen“, sagen manche „ dass mein Leben nach dem Tod weiter geht.“

Als Kind hat mir einmal ein Pater gesagt, dass es im Himmel alles geben wird, was mir auf der Erde wichtig ist. Diese Hoffnung hat mich getröstet.

Im Prinzip glaube ich auch heute daran, dass nichts, was der lebendige Gott ins Leben ruft, verloren gehen kann, aber ich male mir heute den Zustand des Jenseits nicht mehr in Bildern aus. Denn es wird sicher ganz anders sein! Aber ich glaube, dass das Gute, das ich jetzt schon erlebe, durch Gottes Liebe vollkommen wird! Oder mit anderen Worten: ich glaube, dass Auferstehung schon jetzt anfängt:

Wo also beginnt Auferstehung?

  1. Wo Menschen aufgerichtet werden
    Da gibt es in der Bibel eine schöne Erzählung von Elija, der frustriert und depressiv ist und eigentlich sterben will. Doch ein Engel Gottes rührt ihn an, gibt ihm zu essen und zu trinken und sagt: „Steh auf, iss und trink, denn du hast noch einen Weg vor dir.“ - Überall, wo wir ermutigen, wieder neu anzufangen, beginnt Auferstehung.
  2. Wo Menschen gerichtet werden
    Richten sehen wir oft im engen Sinn des Verurteilens. Aber Gott ist keiner, der uns verurteilt. Sein Richten ist ein Richten im Sinn von Reparieren, wieder heil machen. - Überall wo eine Mama die Wunde eines Kindes bläst und kühlt, da geschieht etwas von Auferstehung und Heilung.
  3. Wo Menschen Gerechtigkeit erfahren
    Wir sprechen manchmal vom Letzten Gericht vor der Auferstehung. Es fällt uns dabei leicht, uns den Sturz der Bösen vorzustellen. Aber die Gerechtigkeit Gottes ist anders. Gottes Gerechtigkeit muss nicht den Bösen verdammen, sondern er räumt dem Wertvollen den ersten Platz ein. Das Wertvollste aber ist das, was wir aus Liebe tun. Wenn wir aus Liebe handeln, beginnt schon Gerechtigkeit und Auferstehung.

Das, was wir hier auf Erden ansatzweise erleben, das – so hoffe ich – wird einmal vollendet. Schön ausgedrückt ist das für mich in einem Lied: Manchmal feiern wir mitten am Tag ein Fest der Auferstehung.

Manchmal feiern wir mitten am Tag ein Fest der Auferstehung,

Stunden werden eingeschmolzen und ein Glück ist da.

Manchmal feiern wir mitten im Wort ein Fest der Auferstehung,

Sätze werden aufgebrochen und ein Lied ist da.

Manchmal feiern wir mitten im Streit ein Fest der Auferstehung,

Waffen werden umgeschmiedet und ein Friede ist da.

Manchmal feiern wir mitten im Tun ein Fest der Auferstehung,

Sperren werden übersprungen und ein Geist ist da.

 

Heute, 19.5.2012

Heilige/r des Tages:
Hl. Kuno von Regensburg,  Hl. Maria Bernarda (Verena) Bütler,  Hl. Cölestin V

Lesung: Apg. 18,23-28.

Evangelium: Joh. 16,23b-28.

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