Bilder aus dem Pfarrleben
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Was Menschsein heißen kann...

Die heutigen Bibeltexte beschreiben etwas von dem, was Menschsein bedeuten kann: auf der einen Seite wird der Mensch in seiner Armseligkeit und Bedrohung dargestellt, auf der anderen Seite wird uns gezeigt, was dem Menschen durch die Gnade Gottes möglich ist.

Schauen wir uns einmal den alttestamentlichen Text an:

er schildert in einem Ausschnitt aus dem Buch Genesis die Situation des verlorenen Paradieses. Dieser Text ist zeitlos gültig. Adam und Eva stehen symbolisch für jeden Menschen. An Adam und Eva können wir unsere eigene Angst, unsere eigenen Zweifel und unsere Verführbarkeit entdecken. An ihnen wird uns auch deutlich, was es heißt, das Paradies zu verlieren; nur in der Nähe Gottes, im innersten Vertrauen auf ihn, erfährt der Mensch sich geborgen, daheim im Garten Gottes.

Mit der Entfremdung vom liebenden Gott aber kehrt die Angst in unser Herz ein. Andere Stimmen werden plötzlich verlockender als die Stimme des Schöpfers. Leicht lassen wir uns blenden von herrlichen Angeboten, die wir gierig ergreifen; doch am Ende muss der Mensch einsehen, dass er arm und nackt ist. Das ist die Situation des Menschen vom Anfang der Schöpfung bis zum heutigen Tag.

Der neutestamentliche Text zeigt uns an Maria den Weg aus der Unheil-Situation:

Gott lässt Maria durch den Boten Gabriel erfahren: Ich bin mit dir. Diese Berührung und dieses innerste Wissen um die Nähe Gottes ist der Anfang des Heils. Doch diese Nähe kann zunächst auch erschrecken. „Wer bin ich, dass ich dieses erfahren darf?“

Maria überlegt die Bedeutung dieser Erfahrung, sie lässt diese Erfahrung reifen. Und immer mehr erahnt sie, was Gott mit ihr vorhat. Er will in ihr wohnen. Er will durch sie unter den Menschen sein. Obwohl sie nicht weiß, wie ihr geschieht und auch nicht, wie Gottes Pläne geschehen sollen. Aber weil sie sich in seiner Nähe geborgen weiß, kann sie vertrauen und sagen: Mir geschehe, wie Du es gesagt hast.

Der erste Text aus dem Alten Testament beschreibt unsere Ausweglosigkeiten, der zweite Text aus dem Neuen Testament gibt uns suchenden Menschen Hoffnung: Gott ist es, der uns beschenken möchte mit seiner Nähe, der durch uns kleine Menschen wirkt. Er ist es, der uns aufs Neue das Leben im Garten zusagt. Er ist es, der wartet auf unsere Antwort, dass wir wie Maria sagen: Mir geschehe, was Du mit mir und durch mich vor hast.

 

Heute, 19.5.2012

Heilige/r des Tages:
Hl. Kuno von Regensburg,  Hl. Maria Bernarda (Verena) Bütler,  Hl. Cölestin V

Lesung: Apg. 18,23-28.

Evangelium: Joh. 16,23b-28.

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