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Maria war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes.In diesem einen Satz, liebe Schwestern und Brüder, steckt unheimlich viel drinnen: zunächst ist es eine Freudenbotschaft für Maria: sie spürt, ein Kind ist mir geschenkt, und mit diesem Kind eröffnet sich ein neuer Lebenshorizont ... Staunen und Freude über das Unbegreifliche werden das Herz von Maria erfüllt haben ... Aber wie sieht das von der Warte ihres Verlobten aus? Welche Gedanken und Gefühle wird er gehabt haben? Verwunderung, Enttäuschung, Fassungslosigkeit ... ich versteh die Welt nicht mehr ... die Bibel erzählt uns nur, dass Josef Maria nicht bloßstellen wollte und sich entschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen ... Er hat also nicht von seinem Recht Gebrauch gemacht, sondern seine Gerechtigkeit bestand darin, nicht zu urteilen ... Schauen wir nun in unsere Lebenswelt: gibt es da nicht in unseren Beziehungen ähnliche Dynamiken? Wir möchten gerne unsere Freunde, Partner und Mitmenschen ganz für uns haben, genau über alles Bescheid wissen und es einordnen können; ja manchmal möchten wir unsere Mitmenschen auch in eine bestimmte Richtung lenken. Doch wir merken immer wieder, dass in unseren Mitmenschen Dinge vor sich gehen, von denen wir gar keine Ahnung haben: Dinge, die wir nicht bewirkt haben oder auch gar nicht machen können. Allzu oft meinen wir, einen Menschen zu kennen, zu wissen, wie sein Weg gehen soll ... Aber wir rechnen nicht damit, dass Gott vielleicht etwas ganz anderes mit ihm vor hat.... Wie reagieren wir da? Beleidigt, enttäuscht, zornig, rechthaberisch und berechnend? Josef ist mir da ein Vorbild: Sein Rechtsempfinden steht da nicht an erster Stelle. Er tut das, wo er glaubt, dass die Liebe zu Maria am wenigsten verletzt wird. Und: er ist offen für Gottes Weisung. In der Tiefe der Seele, also im Traum, spricht Gott zu ihm, und eröffnet ihm einen Weg, den zu gehen, er nicht gewagt hätte ... und so trägt er dazu bei, dass sich die Verheißungen Gottes erfüllen können – zum Heil vieler Menschen. Weihnachten ist immer dann, wenn wir nicht nur unsere Geschenke verteilen und an unseren Plänen festhalten, sondern wenn wir uns so wie Josef von Gott führen lassen – zum Heil vieler Menschen.
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Heilige/r des Tages:
Hl. Kuno von Regensburg, Hl. Maria Bernarda (Verena) Bütler, Hl. Cölestin V
Lesung: Apg. 18,23-28.
Evangelium: Joh. 16,23b-28.