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Epiphanie - Dreikönig
Ein Blick in die Bibel zeigt, dass weder von Königen, noch von dreien, noch von Heiligen die Rede ist. Die Besucher des Kindes aus dem Osten werden bloß Sterndeuter oder Weise genannt. Erst aus den von ihnen mitgebrachten Gaben hat sich wahrscheinlich die Dreizahl in unseren Köpfen als Bild festgesetzt: sie bringen Gold, Weihrauch und Myrre. Diese Gaben wurden im Lauf der Kirchengeschichte schon vielfach gedeutet. Eine mögliche Interpretation sieht in den Gaben einen Hinweis auf die Größe des Menschseins, die uns durch die Menschwerdung Gottes wie ein Stern aufgestrahlt ist. Gold weist hin auf den Reichtum, den Gott im Menschen angelegt hat. Jeder Mensch kann aus einer Vielfalt von Gaben und Möglichkeiten schöpfen und damit auch die Welt gestalten. Gold also ist ein Symbol für den Reichtum und die Kostbarkeit des Menschenlebens, obwohl es so klein und begrenzt zu sein scheint. Weihrauch stellt die Göttlichkeit und die Fähigkeit des Menschen zum Über sich Hinausgehen dar. Er symbolisiert das, was über die sichtbare Natur des Menschen übersteigt: im Menschen hat der Himmel Wurzeln geschlagen. Gottes Herrlichkeit erscheint im Menschen und breitet sich aus wie der Wohlgeruch des Weihrauchs. Myrre schließlich ist das Symbol, das auf die Ganzheitlichkeit des Menschen hinweist. Beides – Göttlichkeit und Menschlichkeit – sind in uns vereint. Auch wenn es noch immer Kriege, Katastrophen und menschliches Leid gibt, der Glanz der Göttlichkeit kann nicht mehr hinweg gewischt werden. Aus diesem Glanz werden wir schöpfen und zur Fülle des Lebens gelangen. Wo wir zu Weihnachten unseren Blick vor allem auf den konkreten Ort der Menschwerdung im Volk Israel gerichtet haben, feiern wir heute die universale Bedeutung der Menschwerdung Gottes: in jedem Menschen soll die „Christus-Wirklichkeit“ und Größe des Menschseins aufstrahlen. - Das feiern wir – und daraus wollen wir leben und geben.
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