Bilder aus dem Pfarrleben
Drucken E-Mail

3. Sonntag im Jahreskreis:

Das Volk, das im Dunkeln lebt, hat ein helles Licht gesehen.
Denen, die im Schattenreich des Todes wohnen, ist ein Licht erschienen.

Dieses Zitat aus dem Prophetenbuch Jesaja setzt der Evangelist Matthäus wie eine Überschrift an den Beginn des öffentlichen Auftretens Jesu. Der Täufer Johannes, eine Hoffnungsgestalt der damaligen Zeit, wurde von der Regierungsmacht gefangen genommen und damit mundtot gemacht. Nun beginnt Jesus, öffentlich aufzutreten:

  • Er ruft Jünger in seine Nachfolge; aus Fischern will er Menschenfischer machen.

  • Er spricht von der Nähe des Himmelreiches und

  • er heilt viele Menschen von ihren Krankheiten und Leiden.

Jesus war wirklich wie ein Licht, das in die Dunkelheit des Alltags der Menschen strahlt. – Doch wie ist das mit den Menschen heute, die im Dunkeln leben müssen? Welches Licht können sie erwarten?

Zunächst ist mir klar: es gibt auch heute – wie zu jeder Zeit – viel Dunkles in der Welt:

  • Da ist die Angst, benachteiligt und in der Masse übersehen zu werden.

  • Da ist die Frage nach der eigenen Identität: Wer bin ich? Welchen Sinn hat mein Leben?

  • Da ist die Last von Krankheiten und Leiden, die Lebendigkeit und Lebensfreude erdrückt.

Was kann uns Menschen heute, wenn wir in Dunkelheit leben, so ein Licht sein? Wirkt der Geist Gottes auch heute so, wie er es damals in Jesus getan hat?

Ich bin überzeugt, dass Gottes Geist das Werk Jesu auf Erden weiterführen will. Dazu braucht er Menschen, die dafür bereit sind:

  • Manchmal kann eine Begegnung Hoffnung schenken, so dass wir spüren: das Himmelreich ist nahe. Ich denke an ein Lächeln eines Kindes, ich denke an die herzliche Hilfsbereitschaft, die uns jemand schenkt.

  • Manchmal kann eine Begegnung unsere tiefsten Fähigkeiten herausfordern und uns zu großen Taten animieren. Im übertragenen Sinn werden dann aus Fischern Menschenfischer. Berufung ist immer ein Ruf, mehr das zu sein, was wir in Wahrheit sind.

  • Schließlich können auch heute Begegnungen heilsam sein, wenn sich jemand für uns Zeit nimmt und uns Wertschätzung entgegenbringt.

Gott möge uns leuchtender Trost im Dunkeln sein und uns selbst zum Licht für andere machen. AMEN

 

Heute, 19.5.2012

Heilige/r des Tages:
Hl. Kuno von Regensburg,  Hl. Maria Bernarda (Verena) Bütler,  Hl. Cölestin V

Lesung: Apg. 18,23-28.

Evangelium: Joh. 16,23b-28.

Nächste Termine