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7. Sonntag im Jahreskreis: Lebbare ZumutungenDie Bergpredigt ist eine ganz schöne Zumutung! - Mir stellt sich die Frage: kann und will ich mich an diesem hohen Ideal ausrichten? - Und vielleicht fragt sich auch so mancher Elternteil: sind das wirklich die Werte, die wir unseren Kindern weiter geben wollen?
Vielleicht habe ich mit diesen Fragen einige Gedanken und Zweifel zur Bergpredigt auf den Punkt gebracht. Und eigentlich könnte ich damit die Zumutungen Jesu vom Tisch wischen. Aber das will ich nicht – ich suche nach einem neuen Zugang, zu einem anderen Verständnis. Welches Geheimnis steckt in diesem Text? Stellen wir uns einmal vor, in einer Firma herrscht ein schlechtes Betriebsklima. Die ganze Besatzung ist unzufrieden, jeder kritisiert jeden. Für alles gibt es einen Sündenbock, einer schiebt die Schuld auf den anderen. - Welchen Ausweg gibt es da? Die eine Möglichkeit wäre ein mächtiger Chef, der strenge Regeln einführt und jedes Vergehen mit Sanktionen ahndet. Auch untereinander würde man streng auf das Einhalten der Regeln und auf jeden Fehler des anderen achten. Ein zweiter Weg wäre der Aufbau von Vertrauen: das geht aber nur, wenn zumindest einige anfangen, freiwillig ein bisschen mehr in das Zusammenleben zu investieren, als gefordert ist. Das spricht nicht gegen Regeln, aber sie wären nicht mehr der höchste Wert, denn es gibt nun die Dimension der Liebe. Und damit sind wir bei den Zumutungen Jesu. Er weiß um die Schwierigkeit von so einem freiwilligen Engagement, aber es gibt keinen anderen Weg zu einer lebendigen Gemeinschaft. Das heißt nicht, dass wir plötzlich alle Menschen sympathisch finden müssten, das heißt auch nicht, sich naiv alles gefallen zu lassen, sondern das heißt: freiwillig und vom Herzen her einen Vorschuss an Liebe zu geben, über das Geforderte hinaus zu investieren - nicht erst, wenn es alle tun, sondern damit anfangen. Nur so kann man aus dem Teufelskreis von Schuldzuweisungen und Opferrolle aussteigen. Aug um Aug regelt das Zusammenleben, die Liebe aber schafft ein neues Klima, weil sie mehr tut, als gefordert ist. Wo geben wir mehr, als gefordert ist?
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Heilige/r des Tages:
Hl. Kuno von Regensburg, Hl. Maria Bernarda (Verena) Bütler, Hl. Cölestin V
Lesung: Apg. 18,23-28.
Evangelium: Joh. 16,23b-28.