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8. Sonntag im Jahreskreis: Sorgt euch nicht

In der ersten Lesung des heutigen Sonntags hören wir die ermutigenden Worte des Propheten Jesaja an das Volk Israel im Exil. Die Menschen dort haben Mühe, zu glauben dass Gott sie wieder in die Heimat zurückführen wird: sie fühlen sich von Gott verlassen und vergessen. - Ich denke, dass es vielen Menschen so ergeht: wenn ihnen eine Krankheit, ein Schicksalsschlag, eine Enttäuschung die Lebenskraft und die Hoffnung rauben. Da wird es schwer, noch an die rettende Macht Gottes zu glauben. Dann klagen sie mit dem Volk Israel: "Gott hat mich vergessen."

Doch der Prophet antwortet mit einem ermutigenden Beispiel: „Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: ich vergesse dich nicht – Spruch des Herrn."

Liebe Schwestern, liebe Brüder, wir dürfen darauf vertrauen. Und deshalb können wir auch die vielen kleinen Sorgen, die uns im Alltag zermürben, einmal loslassen und auf das hören, was Jesus sagt: „Seht auf die Vögel des Himmels, sie säen und ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte in Scheunen; doch euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr aber nicht viel mehr wert als sie?" – Und weiter sagt Jesus: „Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?" Es geht also darum, die Sorgen loszulassen, mit denen wir nichts verändern können. Anders ausgedrückt: Jesus möchte uns ermutigen, uns in unserem Grund-Lebensgefühl wieder mehr auf Gott zu verlassen.

Ich weiß, dass Vorsorge und verantwortungsbewusstes Umgehen mit unserem Leben wichtig sind. Doch aus meiner Erfahrung können die Sorgen den ganzen Kopf anfüllen und unser Leben lahm legen. Im Grunde stimmt es, dass uns übermäßiges Sorgen in keinster Weise weiterbringt, ja sogar im Gegenteil: es schränkt unseren Blickwinkel ein.
„Euch," sagt Jesus, „soll es zuerst um das Reich Gottes gehen, alles andere wird euch dazu geschenkt. Sorgt euch nicht um das Morgen, denn jeder Tag hat genügend eigene Plage."

Um das Reich Gottes soll es uns zuerst gehen: das heißt um den Frieden, um die Gerechtigkeit, um gegenseitiges Wohlwollen und Verzeihen. In so einem Geist kann das Leben oft wie von selber gedeihen. Ich wünsche und erbitte uns dieses Vertrauen.

 

Heute, 19.5.2012

Heilige/r des Tages:
Hl. Kuno von Regensburg,  Hl. Maria Bernarda (Verena) Bütler,  Hl. Cölestin V

Lesung: Apg. 18,23-28.

Evangelium: Joh. 16,23b-28.

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