Bilder aus dem Pfarrleben
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1. Fastensonntag: Gott beiseite schieben

Die Zahl 40 taucht in der Bibel immer dann auf, wenn einschneidende Lebensveränderungen oder Zeiten der Prüfung und Bewährung bevorstehen:

  • 40 Tage dauert die Sintflut,
  • 40 Tage verbringt Mose auf dem Sinai, bevor er die Gebote von Gott empfängt,
  • 40 Tage wandert Elija durch die Wüste zum Gottesberg Horeb,
  • 40 Jahre zieht Israel durch die Wüste, bevor es im gelobten Land ankommt.

Die 40 prägt auch die kirchliche Liturgie:

  • 40 Tage Fastenzeit,
  • 40 Tage Advent,
  • 40 Tage zischen Ostern und Himmelfahrt.

Schließlich gelten 40 Jahre als die Zeitspanne, die der Mensch zur Entwicklung seiner eigentlichen Reife braucht.

Jesus wird in den 40 Tagen seines Wüstenaufenthalts mit dem innersten Kern aller Versuchungen konfrontiert: dem „Beiseiteschieben Gottes". Das heißt, ich setze die eigenen Pläne und Wünsche an die oberste Stelle; ich bin nicht bereit, mich auf Gott einzulassen, ihm zu vertrauen.

Wäre Jesus dieser Versuchung erlegen, hätte er sich an Gottes Stelle gesetzt. Er hätte kurzzeitigen Erfolg und vorübergehendes Ansehen dem großen Plan Gottes geopfert.

Als Versuchter ist Jesus „wahrer Mensch", ein Mensch wie du und ich.

Doch Gottes Geist, der Jesus in die Wüste treibt, gibt ihm zugleich die Stärke, den Versuchungen zu widerstehen. So wird Jesus gerade darin, dass er als wahrer Mensch die Versuchung (wie Gott zu werden) abgewiesen hat, „wahrer Gott".

Die Versuchungen des wahren Menschen Jesus sind auch unsere Versuchungen. Aber wie Gottes Geist Jesus beistand, so steht er auch uns bei. 40 Tage bis Ostern – und jeder Tag, an dem wir uns bewährt haben, ist Zuwachs neuer Lebenskraft.

 

Heute, 19.5.2012

Heilige/r des Tages:
Hl. Kuno von Regensburg,  Hl. Maria Bernarda (Verena) Bütler,  Hl. Cölestin V

Lesung: Apg. 18,23-28.

Evangelium: Joh. 16,23b-28.

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