Bilder aus dem Pfarrleben
Drucken E-Mail

3. OSo: Wende

Zwei Arten von Erfahrung prägen unseren Alltag:

  1. Dass wir am Ende sind und nichts mehr zu geben haben
  2. Dass wir beschenkt werden und nicht wissen, wie ...

Die erste Erfahrung scheint im Alltag oft das Übergewicht zu haben: die Erfahrung der Ohnmacht, die Erfahrung, am Ende zu sein, die Erfahrung, nicht mehr weiter zu wissen:

Die Jünger im Boot haben sich die ganze Nacht abgemüht, aber ohne Erfolg. Sie haben nichts gefangen. Sie können daher auch nichts geben. Sie sind leer. –

Das ist eine Erfahrung, die jeder Mensch im Leben macht, wenn auch in unterschiedlicher Stärke und unterschiedlich oft.

Die zweite Erfahrung - dass wir beschenkt werden - kommt meist unerwartet, plötzlich und von außen daher; sie hat nichts mit unserer Leistung und unserem Verdienst zu tun; sie geschieht uns einfach und wir können sie nicht vorausberechnen; interessant ist, dass es dabei oft nur eines kleinen Anstoßes bedarf, damit alles anders wird:

Jesus sagt den Jüngern bloß, sie sollen das Netz auf der rechten Seite auswerfen. Und sofort füllt sich das Netz, so dass ihre Kräfte allein nicht mehr reichen, es einzuholen.

Zum Ende kommt nur ein kleiner Buchstabe hinzu, der alles anders macht: das W! Aus dem Ende wird die Wende.

Hinter diesem W stecken viele kleine Erfahrungen, die uns helfen, die österliche Dimension unseres Lebens aufzuschließen, die uns die Augen für neue Möglichkeiten öffnen - sie bewirken in uns die Wende, wo wir uns schon am Ende gefühlt haben: manchmal reicht ein Lächeln, ein ehrliches gutes Wort, ein plötzlicher Sonnenstrahl, eine plötzliche innere Einsicht, ....

Ostern ist die Erfahrung, dass Gott unsere Vergeblichkeit und Ohnmacht wendet und wandelt in Erfahrungen des Lebens, des Austausches und der Freude. Ostern ist die Einladung nach einer erfolglosen Nacht: Kommt und esst!

P.S.: Ist in dieser Botschaft  nicht viel von dem, was Mütter immer wieder tun... ?

 

Heute, 22.5.2012

Heilige/r des Tages:
Hl. Rita

Lesung: Apg. 20,17-27.

Evangelium: Joh. 17,1-11a.

Nächste Termine