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Kurzfassung des Hirtenbriefes
Hier kann ich in aller Kürze nur ein paar zentrale Punkte des Hirtenbriefes benennen. Was kennzeichnet unsere gegenwärtige Situation?
„Mission zuerst“, so wage ich daher das zusammenzufassen, was Jesus, unser Meister, uns vorgibt. Welche konkreten Schritte folgen daraus? Ich sehe zwei miteinander verwobene Fragenkreise: Wie können wir unsere Jüngerschaft in der Nachfolge Jesu vertiefen, beleben oder neu lernen? Und: Welche Entwicklungen unserer Organisationsformen braucht es, damit wir uns auf unsere Mission neu ausrichten können? Welche Strukturen müssen wir dazu eventuell aufgeben, welche ändern, welche neu schaffen? Der diözesane Entwicklungsprozess widmet sich diesen Fragen. Zur Gestaltung dieses Prozesses habe ich eine Steuerungsgruppe eingesetzt, die eng mit mir und den verschiedenen Organen und Gremien unserer Diözese zusammenarbeitet. Im Dialog werden gemeinsam Schritte geplant, die zur komplexen Wirklichkeit unserer Diözese passen. Im Hirtenbrief sind sieben Themenfelder benannt, die ich als Prioritäten für unsere Arbeit in Zukunft sehe, und die ich Ihrem persönlichen Studium und gemeinsamen Überlegungen empfehle. Drei dieser Bereiche seien hier ganz kurz angesprochen: Neu in die Lebensschule Jesu gehen Der Glaube ist ein Geschenk, in das wir unser Leben lang immer tiefer hineinwachsen. Dazu brauchen wir „Schulen der Jüngerschaft“: Orte und Vorgänge, in denen Nachfolge Jesu gelernt werden kann. Wir haben in der Diözese bereits viele alte und neue Erfahrungen mit solchen Lernvorgängen des Glaubens. Im Zuge des Entwicklungsprozesses werden bestehende überprüft sowie neue Formen erprobt. Wir müssen heute mehr denn je auskunftsfähig sein über unsere Entscheidung für Jesus Christus, über die Hoffnung, die uns leben lässt. Gemeinden aufbauen und stärken In den nächsten Jahren wird sich in der Struktur der Pfarren vieles verändern. Nehmen wir das ehrlich und ohne Scheu in den Blick. Wir wollen diese Veränderungen nicht bloß erleiden, sondern aktiv gestalten. Bestehende Modelle der Zusammenarbeit von Pfarren werden dafür evaluiert werden. Manche derzeitigen Pfarrkirchen werden wohl in Filialkirchen umgewandelt. Alle Veränderungen sollen einer Vielzahl von lebendigen Gemeinschaften vor Ort dienen. Denn Christus braucht Gemeinden, damit die Gemeinschaft, die er stiftet, konkret erfahren werden kann – im geteilten Leben und Glauben sowie im Dasein für andere. Allianzen im „Tun der Gerechten“ Zum christlichen Leben gehört der konkrete Einsatz für die Notleidenden. Dabei stehen wir als Kirche neben anderen, die das auch tun. Wir haben keine Vormachtstellung mehr und sind zunehmend auch selbst auf die Solidarität der Gesellschaft angewiesen. Sehen wir das als Chance, uns in unserem Engagement mit allen zu verbinden, die sich für die Armen und Notleidenden und für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen. Haben wir keine Scheu, einfach ein Teil unserer Gesellschaft zu sein. Leben wir eine große Offenheit, denn im barmherzigen Tun lernen wir unseren eigenen Glauben in seiner Schönheit neu kennen. Liebe Schwestern und Brüder, wir haben viel vor. Gott zeigt uns gerade durch die Dramatik der Entwicklungen, was ER heute von seinen Hirten und seinem Volk erwartet. Nicht Notlösungen dürfen uns leiten, sondern das mutige JA zu unserer Situation und zu unserem Auftrag. Beten wir gemeinsam – miteinander und füreinander: Herr Jesus Christus, durch die Taufe gehören wir Dir an. Du begegnest uns durch die Wirklichkeit unserer Zeit. Wir ersehnen Deinen Heiligen Geist, der uns Kraft und Mut ist. Amen. Download im pdf-Format: Hirtenbrief 15.05.2011
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