Bilder aus dem Pfarrleben
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Pfingsten

Der Schweizer Pfarrer und Dichter Kurt Marti schreibt in seinem Buch „Zärtlichkeit und Schmerz“ folgende Zeilen, die gut zum Fest des Hl. Geistes passen:

Oft hat man Grund zu sagen:

Der Teufel ist los.

Nie heißt es:

Gott ist los.

Halten ihn die Kirchen so sicher unter Verschluss?

Mir scheint, dass wir uns sehr oft einschließen in den abgesicherten Winkeln unseres Lebens. Aus Furcht, dass uns etwas zu viel werden könnte, vielleicht unsere Kräfte übersteigen könnte, fangen wir vieles erst gar nicht an. Wir spüren zwar, dass in unserem Leben noch vieles geschehen könnte, aber wir haben Angst vor dem Neuen, vor dem Ungewöhnlichen, Angst auch vor dem Geist Gottes, der uns bewegen könnte.

 

Genauso haben sich die Jünger eingesperrt: aus Angst vor den Gefahren, die auf sie warten. Doch hinter verschlossenen Türen verliert ihr Leben an Strahlkraft und Sinn.

 

Die Frohe Botschaft berichtet uns von der befreienden Wendung im Leben jener schwach und ängstlich gewordenen Jünger:

Der Auferstandene Christus  selber tritt durch verschlossene Türen hindurch in ihre Mitte, auf sie zu. Er haucht sie an und sagt: Empfangt den Hl. Geist. So tut es Jesus auch noch heute – er sagt uns: „Gott mutet euch mehr zu, als ihr euch traut. Lasst Gott durch euch wirken, habt keine Angst“

Was dieser Geist bewirkt, davon erzählt die Lesung in beeindruckenden Bildern: wie Feuer und Sturm fährt der Geist auf die Menschen herab und befähigt sie, die Großtaten Gottes zu verkünden. Und plötzlich sind auch die Verschiedenheiten der Menschen keine Barriere mehr. Der Geist Gottes ist die Kraft, die alle Menschen erfassen und ver-einen kann.

Ich denke: Wir brauchen vor der Zukunft keine Angst zu haben. Denn der Geist Gottes, der uns befähigt, unsere Welt im Guten zu gestalten, dieser Geist kann nicht unter Verschluss gehalten werden. Gottes Kraft bricht auch heute noch in uns Menschen los. Gottes Atem durchpulst die ganze Schöpfung.

 

Heute, 22.5.2012

Heilige/r des Tages:
Hl. Rita

Lesung: Apg. 20,17-27.

Evangelium: Joh. 17,1-11a.

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