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2. Adventsonntag: Lebt was ihr erwartet

Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott!

Mit diesen Worten redet der Prophet Jesaja dem leidgeprüften Volk Israel zu Herzen. Die Israeliten brauchen nicht mehr traurig und verzagt zu sein, denn die mühevollen Zeiten sind bald vorbei. Die Schuld ist beglichen. Jetzt fängt etwas Neues an. Alle Sterblichen – so sagt der Prophet – werden die Herrlichkeit Gottes sehen können. Dann werden Boten der Freude die Nähe Gottes ankünden, der uns zu Hilfe kommt und sich wie ein Hirt um seine Schafe kümmert, sie trägt und führt.

Zu jeder Zeit und auf jedem Platz der Erde gab und gibt es Menschen, die wie das Volk Israel in einer Phase der Verzagtheit stecken: Menschen, denen das Schicksal alles geraubt hat; Menschen, die ihren Glauben an das Gute verloren haben; Menschen, die wenig Liebe und Geborgenheit erleben. Aber auch insgesamt steckt die Welt in einer Umbruchsituation, in der vieles zu zerbrechen scheint.

Zu allen Zeiten galt und gilt das Trostwort des Propheten Jesaja. Es ist keine billige Vertröstung. Es ist eine verdichtete, tiefe Erfahrung aus dem Glauben, die besagt: Gott lässt uns nicht allein, er vergibt uns unsere Schuld, er schenkt uns einen neuen Anfang.

Freilich spüren wir manchmal rein gar nichts davon. Deshalb versucht der Apostel Petrus in seinem Brief zu argumentieren: Gott zögert nicht mit seiner Verheißung, aber bei ihm sind eben die Zeiten anders – tausend Jahre sind wie ein Tag und umgekehrt. Auch Petrus formuliert eine Trostbotschaft aus dem Glauben heraus: wir erwarten einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Das dürfen wir erwarten.

Das Evangelium ermutigt uns zur konkreten Tat: weil wir heilsames Entgegenkommen Gottes erwarten, müssen wir auch umkehren und beginnen, das zu leben, was wir erwarten. Das ist Vorbereitung auf das Kommen Gottes. Das ist Advent.

 

Heute, 22.5.2012

Heilige/r des Tages:
Hl. Rita

Lesung: Apg. 20,17-27.

Evangelium: Joh. 17,1-11a.

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