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Erwählung Mariens - Fest des GlaubensFür das heutige Fest der Erwählung Mariens gibt es keine Fakten aus der Bibel: dass Maria ohne die Last der Erbsünde im Schoß ihrer Mutter Anna empfangen worden ist, das hat uns die Bibel so nicht überliefert. Die erste Lesung erzählt von der Erfahrung der Schuld: Adam fühlt sich angesichts der Frage Gottes „Adam, wo bist du?“ ertappt und schuldig. Er fühlt sich nackt und klein und führt dies auf die Verführung durch andere zurück. Er sagt: Die Frau hat mich dazu gebracht. Und die Frau sagt wiederum, die Schlange hat mir ein Angebot gemacht. – Auf mythische Weise erzählt also das Buch Genesis von dem, was wir tagtäglich erfahren: wir sind in unsere Welt so unheilvoll hinein verstrickt, dass wir uns selber nicht befreien können. Doch es gibt schon in dieser Lesung einen hoffnungsvollen Ausblick: im Bild der Frau, im Bild von Eva erscheint die Mutter des Lebens. Auch das erfahren wir in unserem Alltag: Mitten in einer von globalen und persönlichen Krisen geschüttelten Welt gibt es immer wieder schwangere Frauen, die der Welt Leben schenken und damit Hoffnung geben. Was uns das heutige Festgeheimnis an Maria sagen will: Nicht aus eigener Kraft und Leistung schaffen wir Rettung, sondern aus der Gnade Gottes, die allem menschlichen Tun voraus geht. Hören wir diesbezüglich, was uns Paulus in der zweiten Lesung sagt: „Gepriesen sei Gott, denn er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, ... er hat uns in Liebe im voraus dazu bestimmt, seine Söhne und Töchter zu werden, zum Lob seiner herrlichen Gnade.“ – Gottes Gnade geht also all unserem menschlichen Tun voraus und wird es auch zur Vollendung führen. Oft tun wir so, als ob wir zuerst alles vollbringen müssten, und dann erst ist Platz für Gott. Von uns wird das verlangt, was Maria im Vertrauen getan hat. Auch sie hat noch nicht gewusst, wie die Pläne Gottes laufen werden. Mit Maria dürfen wir vertrauensvoll sagen: „Mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ – Wir dürfen auf Gottes Gnade immer vertrauen, denn sie geht all unserem Tun voraus und wird es vollenden.
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