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3. Adventsonntag: GaudeteDer dritte Adventsonntag wird mit dem Wort „Gaudete“ bezeichnet: „Freuet euch!“ Vielleicht kommt in manchen sofort der Gedanke hoch: Die Freude kann man doch niemandem befehlen! Das sehe ich natürlich auch so und verstehe deshalb den Ruf eher als eine Einladung: „Schau dein Leben nicht nur aus der Perspektive der Mühsal, sondern auch einmal aus der Perspektive der Freude an.“ So gesehen könnte man sagen: Der dritte Advent setzt ein großes „Trotzdem“ gegen all das Traurige und Trostlose, das sich in unserem Leben angesammelt hat: gegen den glanzlosen Alltag, das graue Einerlei, die Mühen, Sorgen, Ängste, die wir mit uns schleppen. Betrachten wir einmal den Apostel Paulus, der uns dieses „Gaudete“ zuruft: Der Apostel Paulus sitzt im Gefängnis und hätte eigentlich allen Grund, verzagt und traurig zu sein. Trotzdem schreibt er an die Gemeinde der Thessalonicher: „Freut euch zu jeder Zeit. ... Dankt für alles. ... Löscht den Geist nicht aus. ... Prüft alles und behaltet das Gute.“ Und er begründet seine hoffnungsvolle Sicht trotz momentaner Schwierigkeiten damit, dass er sagt: „Gott ist treu, er wird eure Seele und euren Leib unversehrt bewahren.“ Der Grund der Freude ist also nicht ein spontan erfahrenes Kick-Erlebnis, das den Apostel high gemacht hätte, es ist auch nicht der Sonnenaufgang am Horizont eines neuen Tages, sondern es ist das Vertrauen in Gottes Wirken: er ist treu, er wird das Gute, das er mit uns begonnen hat, auch vollenden. Aus demselben Vertrauen heraus findet auch der Prophet Johannes seine Kraft und Zuversicht, aufzustehen und einen neuen Anfang zu verkünden. Zwar ist der Messias noch nicht sichtbar, aber er ist schon – so sagt er – unerkannt in unserer Mitte. Liebe Schwestern und Brüder! Auch wenn in unserer Welt noch so vieles Unheil ist, wenn wir das Freudige noch nicht wahrnehmen und erkennen können, dürfen wir vertrauen, dass Gott schon wirkt und alles zum Guten führen wird. Das ist der Grund unserer Freude.
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