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4. Sonntag im Jahreskreis: Dramatische BegegnungEv. Mk. 1,21-28 Der Evangelist Markus schildert uns am Beginn seines Evangeliums eine aufregende Szene in der Synagoge von Kafarnaum – Zeitungen würden vielleicht heute so titeln: Geisteskranker belästigt Ehrengast – dann passiert Unglaubliches. Unser Blick wird zunächst auf Jesus gelenkt: Jesus – so wird erzählt – lehrt mit Vollmacht, er schöpft aus einer kraftvollen Tiefe. Das was er sagt, berührt die Leute und macht sie betroffen. Wir Menschen sind immer dann betroffen, wenn einer echt ist, wenn er etwas Wahres von sich erzählt, vielleicht von einem Erlebnis, das ihn gepackt hat. Da wird es dann ganz still und die Leute passen auf ... So stell ich mir vor, dass Jesus erzählt und gelehrt hat ... Dann wird unser Blick auf einen Mann gelenkt, von dem gesagt wird, er sei von einem unreinen Geist besessen. Ich stelle mir vor, dass es ein Mensch ist, der mit sich nicht im Reinen, der zerrissen ist. Er wird von diesem Geist hin und her gezerrt. Jesus wird für den Mann zu einer Herausforderung: er müsste sich ändern. Jesus geht es hier nicht um ein Spektakel wie in unseren Medien, sondern es geht ihm um den Menschen: Er will, dass dieser Mensch wieder frei sein kann, dass er mit sich eins sein kann, dass er Herr in seinem eigenen Haus ist. Dass er zu sich finden kann. Deswegen befiehlt er dem Geist zu schweigen und den Mann zu verlassen. Was hat das heute mit uns zu tun? Ich denke, wir sind auch manchmal mit uns nicht im Reinen. Wir sind von verschiedensten Dingen in Anspruch genommen, um nicht zu sagen „besessen“. Gedanken und Wünsche zerren uns hin und her. Wir haben uns ein Image zugelegt, aus dem wir nicht mehr so recht heraus kommen. Die Frohe Botschaft sagt heute: Gott möchte, dass du zu dir selbst findest. Er schickt uns Menschen, die uns mit ihrem Lebenszeugnis herausfordern. Hildegard Burjan, die heute im Stephansdom selig gesprochen wird, war so eine Frau, die andere durch ihr Zeugnis bewegt hat. Auch die jungen Menschen, die sich in diesem Jahr auf die Firmung vorbereiten, könnten uns Erwachsenen zur Herausforderung werden, aber auch umgekehrt. Gott will, dass wir zu uns selber finden.
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